auernhammer wohlrab architektur

 

the ephemeral of building culture


building culture doesn't just concern built structures. it also pays attention to impressions emanating from built structures, as well as to situations and behaviour patterns that are enabled by built structures. spaces of all kinds create impressions that are cognitively processed by us and they affect us emotionally. they evoke behaviors in individuals and groups that are specific to these spaces. building culture should refer more clearly to the impressions and behaviors that develop in public and private spaces. impressions and behaviors are not materialized but fleeting and ambiguous. as such ephemeral qualities of building culture, they are crucial to whether buildings, urban spaces, or village structures are accepted by their users.

 

mobility infrastructures that replace individual motorized transport in cities must be more clearly recognized as a component of building culture and discussed as such on a daily basis. processes and interactions in urban spaces thus become ephemeral qualities of building culture. the foundation for this is safe and well-designed mobility and meeting areas in public spaces that integrate pedestrians, cyclists, and public transport. cultures represent the values and established practices of societies. the building cultures of cities and communities, in turn, reveal the needs and priorities of their society. a clearer perception of the ephemeral aspects of building culture would enable more in-depth debates about the future viability of cities and communities.



das ephemere der baukultur


baukultur betrifft nicht nur gebautes. sie schließt auch die aufmerksamkeit für eindrücke ein, die von gebautem ausgehen, und auch für situationen und handlungsmuster, die von gebautem hervorgerufen werden. räume jeglicher art lassen eindrücke entstehen, die kognitiv verarbeitet werden und emotional auf uns wirken. sie rufen bei individuen und personengruppen verhaltensweisen hervor, die spezifisch für diese räume sind. baukultur sollte sich deutlicher auf eindrücke und verhaltensweisen beziehen, die sich in öffentlichen und privaten räumen bilden. eindrücke und verhaltensweisen sind nicht materialisiert sondern flüchtig und nicht eindeutig. als solche ephemeren qualitäten von baukultur sind sie mit ausschlaggebend dafür, ob gebäude, stadträume oder dörfliche gefüge von ihren nutzerinnen und nutzern angenommen werden.

 

mobilitätsinfrastrukturen, die den motorisierten individualverkehr in städten ablösen, müssen deutlicher als bestandteil von baukultur gewürdigt und alltäglich als solche diskutiert werden. abläufe und interaktionen im urbanen raum werden dadurch zu ephemeren qualitäten von baukultur. grundlage dafür sind sichere und gut gestaltete mobilitäts- und begegnungsflächen im öffentlichen raum, die den fußgänger-, fahrradverkehr und öpnv integrieren. kulturen repräsentieren wertschätzungen und etablierte praktiken von gesellschaften. baukulturen von städten und gemeinden legen wiederum die bedürfnisse und priorisierungen ihrer gesellschaft offen. ephemeres der baukultur deutlicher wahrzunehmen würde vertieftere debatten über die zukunftsfähigkeit von städten und gemeinden ermöglichen.

building culture - lübecker bautag

lecture at the department of architecture and civic engineering, th lübeck

2024